Putenhaltung in Deutschland

Die moderne Mastputenhaltung in Deutschland wird von den Landwirtinnen und Landwirten mit hohen Ansprüchen an die Versorgung und Tiergesundheit umgesetzt.

Der Pro-Kopf-Verbrauch je Bundesbürger hat im Jahr 2019 bei durchschnittlich 5,8 kg Putenfleisch gelegen (vorläufig, vgl. Beck 2021, S. 42), dies waren 100 g weniger als im Jahr zuvor. Vielen Konsumenten und Konsumentinnen ist aber gänzlich unbekannt, wie Putenfleisch produziert wird und wie es in einem modernen Putenstall aussieht.

Aus diesem Grunde zeigen wir auf, welche Vorgaben zur Haltung von Mastputen in Deutschland eingehalten werden müssen und wie es in einem niedersächsichen Putenbetrieb aussieht.


1. Video zur Putenhaltung von Tag 1 bis Woche 17
2. 360 Grad-View im Stall
3. Informationen zum gezeigten Betrieb im Video
4. Die Mast von Puten in Deutschland

 

1. Video zur Putenhaltung von Tag 1 bis Woche 17
(komprimiert, 92,2 MB, 03:56 Minuten, MP4 Video File)

 

2. 360-Grad View

 

3. Informationen zum gezeigten Betrieb im Video


 

4. Die Mast von Puten in Deutschland

Die Haltung von Mastputen orientiert sich in Deutschland an den „Bundeseinheitlichen Eckwerten für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“. Darin ist festgelegt, dass alle Halter von Mastputen eine gute und fundierte Sachkunde haben sollten. Außerdem müssen Puten im Betrieb mindestens 2x täglich in Augenschein genommen werden.

Puten werden in Deutschland überwiegend in Offenställen mit natürlicher Wind- bzw. Schwerkraftlüftung gehalten. Es gibt jedoch auch Bodenhaltung in geschlossenen Ställen. Ca. 95 % der kommerziellen Putenhaltung erfolgt dabei in Langmast. Die Größe des Maststalls umfasst normalerweise ca. 1600 m2. Diesem Maststallt wird ein Aufzuchtstall zugeordnet, der ca. 800 m2 bis 1000 m2 (bzw. 1600 m2) umfasst (Berk 2020, S. 175). Dabei werden die Puten überwiegend getrennt nach Geschlecht gehalten. Die verschiedenen Mastverfahren, die abhängig von den vorhandenen Ställen sind, werden in der Tabelle 1 näher erläutert. Wie viele Puten in Relation zur Fläche gehalten werden dürfen, ist durch die sogenannte „Besatzdichte“ festgelegt:

  • Die Besatzdichte wird nach Kilogramm bemessen, weil die Tiere im Laufe ihres Lebens deutlich größer werden und dann mehr Platz pro Tier benötigt wird.
  • Nach den oben gennanten Bundeseinheitlichen Eckwerten dürfen am Ende der Mastperiode bei Hennen 45 kg und bei Hähnen 50 kg Lebendgewicht pro mnutzbarer Stallgrundfläche nicht überschritten werden.
  • Bei verbindlicher Teilnahme an einem Gesundheitskontrollprogramm ist es erlaubt, dass Hennen bis zu 52 kg und Hähne bis zu 58 kg Lebendgewicht pro m2 nutzbarer Stallgrundfläche.

 

Tab. 1:
Merkmale der Hauptmastverfahren für Puten in Deutschland (Quelle: eigene Darstellung nach Berk 2020, S. 175f.)

 

Literatur:

Beck, M. M. (2021): Zahlen und Fakten zum Eier- und Geflügelmarkt. In: Geflügeljahrbuch 2021. Was kostet Tierwohl? Jahrbuch des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. und seiner Mitgliedsverbände. Verlag Ulmer. S. 32-50.

Berk, J. (2020): Faustzahlen zur Haltung von Mastgeflügel. In: Geflügeljahrbuch 2020. Fütterung. Jahrbuch des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. und seiner Mitgliedsverbände. Verlag Ulmer. S. 166-187.