Masthühnerhaltung in Deutschland

In Deutschland hat jeder Bundesbürger im Jahr 2019* durchschnittlich 16,2 kg Hähnchenfleisch** gegessen, Tendenz steigend (vorläufig, vgl. Beck 2020, S. 37). Gleichzeitig wissen viele Menschen heutzutage nicht mehr, wie es in einem modernen Geflügelstall aussieht.

Aus diesem Grunde zeigen wir im Folgenden, welche Vorgaben es zur Haltung von Masthühnern in Deutschland gibt und wie die Haltung in einem niedersächsichen Masthühnerbetrieb aussieht.

*vorläufig, Beck, M.M.: MEG-Marktbilanz Eier und Geflügel 2020. Ulmer, S. 125
**Jungmasthühner, Hühner und Althähne

 

 

 

Video Masthühnerhaltung:
Eintagsküken bis zum Tag der Ausstallung am 41. Tag  (Länge: 00:04:35, komprimiert, kein HD; 139 MB)

 

360 Grad-View von Eintagsküken im Stall

 

Informationen zum gezeigten Betrieb im Video

 

 

 

 

 

 

Mast von Hühnern in Deutschland

Um in Deutschland Masthühner halten zu dürfen, muss man im Besitz einer gültigen Bescheinigung der zuständigen Behörde oder der sonst nach Landesrecht beauftragten Stelle über seine Sachkunde sein. Wer Masthühner hält, muss alle Masthühner im Betrieb mindestens zwei Mal täglich in Augenschein nehmen und auf ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit achten (TierSchNutztV Abschnitt 4, § 19 (2) und § 17 (1)).

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Masthühnerhaltung auch als Hähnchen- oder Masthähnchenhaltung bezeichnet, wobei sowohl männliche als auch weibliche Tiere aufgezogen werden. In Deutschland werden Masthühner fast ausschließlich in konventioneller Bodenhaltung in geschlossenen Ställen gehalten. Die Haltung erfolgt auf Einstreu und die Schnäbel der Tiere sind unkupiert. Der Anteil der Bio-Masthähnchen, denen eine Auslauffläche zur Verfügung steht, ist nur sehr gering (1,3 %). Wie viele Hähnchen im Stall gehalten werden dürfen, ist durch die sogenannte „Besatzdichte“ festgelegt:

  • Hierbei geht es nicht um die Anzahl der Tiere. Die Besatzdichte wird nach Kilogramm bemessen, weil die Tiere im Laufe ihres Lebens deutlich größer werden und dann mehr Platz pro Tier benötigt wird.
  • In Deutschland ist eine Masthühnerbesatzdichte von maximal 39 kg/m2 vorgeschrieben. In der EU sind 42 kg/m2 erlaubt.

 

95 % der deutschen Masthähnchen werden nach den folgenden drei Hauptmastverfahren erzeugt:

  • Kurzmast
  • Mittellangmast
  • Langmast

Eine mögliche Zwischenstufe bei der Mittel- und Langmast ist das so genannte „Splittingverfahren“. Dabei werden ca. 5 bis 8 Tage vor der Ausstallung 20 - 30 % der eingestallten Tiere vorab herausgenommen und geschlachtet.

Tab. 1:
Merkmale der drei Hauptmastverfahren in Deutschland (Quelle: eigene Darstellung nach Berk 2020, S. 168)

*Die Menge des Futters, die benötigt wird, um 1 kg Hähnchenfleisch zu erzeugen.

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Literatur:

Beck, M. M. (2020): Die neusten Zahlen: Der Eier- und Geflügelmarkt. In: Geflügeljahrbuch 2020. Fütterung. Jahrbuch des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. und seiner Mitgliedsverbände. Verlag Ulmer. S. 32-51.

Berk, J. (2020): Faustzahlen zur Haltung von Mastgeflügel. In: Geflügeljahrbuch 2020. Fütterung. Jahrbuch des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. und seiner Mitgliedsverbände. Verlag Ulmer. S. 166-187.