21.01.2021

Erste Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 für Niedersachsen

HANNOVER. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) heute mitteilt, liegen die ersten vorläufigen Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 vor. Die Erhebung fand zum Stichtag 1. März 2020 statt. Die Landwirtschaftszählung wird alle 10 Jahre durchgeführt.

Strukturwandel der landwirtschaftlichen Betriebe
Im Jahr 2020 bewirtschafteten in Niedersachsen 35.500 Betriebe die insgesamt 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche des Landes. Damit gaben 6.200 Betriebe zwischen 2010 und 2020 ihren Betrieb auf. Dies entspricht einem Rückgang von 14,9%. Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg von 62 Hektar auf 73 Hektar. Fast ein Viertel aller Betriebe (8.600) bewirtschaftete eine Fläche von mindestens 100 Hektar.

Von den Betrieben hatten im Jahr 2020 84,5% die Rechtsform eines Einzelunternehmens und 15,5% waren als juristische Personen oder Personengesellschaften organisiert. In Niedersachsen wurden 21.700 Betriebe im Haupterwerb geführt, 21,4% weniger als im Jahr 2010. Im Nebenerwerb wurde ein gutes Drittel aller Betriebe (38,9%) geführt. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 56,3% der gesamten landwirtschaftlichen Fläche gepachtet, das waren rund 9,8% mehr als im Jahr 2010.

Arbeitskräfte
Rund 10% aller Betriebe wurden im Jahr 2020 von einer Frau geleitet - das waren 400 Betriebsleiterinnen mehr als 2010. Etwa 61% der insgesamt 90.500 festen Arbeitskräfte in der niedersächsischen Landwirtschaft zählten zu den Familienarbeitskräften, 39% waren ständig angestellte familienfremde Beschäftigte. Im Vergleich dazu waren im Jahr 2010 insgesamt noch 96.700 feste Arbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben tätig gewesen, davon waren damals noch gut 75% Familienarbeitskräfte und nur knapp 25% ständig beschäftigte familienfremde Arbeitskräfte. Im Zeitraum Februar 2019 bis März 2020 unterstützen rund 44.700 Saisonarbeitskräfte die niedersächsischen Betriebe, vor einem Jahrzehnt waren es mit 53.900 Saisonkräften noch 17,1% mehr gewesen.

Ökolandbau
Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe erhöhte sich vom Jahr 2010 bis zum Jahr 2020 um knapp 42% auf etwa 1.700 Betriebe. Diese bewirtschafteten insgesamt 120.200 Hektar und damit 4,7% der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Struktur des Anbaus
Auch 2020 war Getreide (ohne Körnermais und CornCobMix) weiterhin mit 758.500 Hektar die stärkste Anbaufrucht und nahm damit 40,4% des Ackerlandes ein. Allerdings sank der Anteil der Getreideanbaufläche am Ackerland um 4,9% gegenüber 2010. Im Vergleich dazu stieg der Anteil der Maisanbaufläche mit 620.300 ha um 4,5% auf 33,1% des Ackerlandes. Raps wurde auf 78.800 Hektar kultiviert. Damit verringerte sich die Rapsanbaufläche im Vergleich zu 2010 um 39,4%.

Haltung von Schweinen, Legehennen und Rindern
Auch die Anzahl der Betriebe mit Tierhaltung verzeichnete einen Rückgang. Zum Stichtag 1. März 2020 hielten 6.500 Betriebe in Niedersachsen insgesamt 8,6 Millionen Schweine. Das waren 3.600 Betriebe weniger als im Jahr 2010. Die Anzahl der Schweine stieg allerdings um 2,2% im Vergleich zum Jahr 2010. Diese Tiere wurden in Niedersachsen fast ausschließlich (97,4%) auf Spaltenboden (Voll-/Teilspalten) gehalten.

Seit der Landwirtschaftszählung 2010 erhöhte sich zudem die Anzahl der Legehennen um 84,5% auf 20,8 Millionen Tiere. Gehalten wurden diese Tiere von 4.700 Betrieben, 4,1% weniger als im Jahr 2010. 32,5% der Tiere lebten in Freilandhaltung, 58,9% in Bodenhaltung.

Die Zahl der in Niedersachsen gehaltenen Rinder sank um 2,0% gegenüber dem Jahr 2010. Damals hielten noch 21.100 Betriebe 2,5 Millionen Rinder, im Jahr 2020 waren es nur noch 16.000 Betriebe mit insgesamt 2,4 Millionen Rindern. Die Tiere waren hauptsächlich (81,9%) in Laufställen untergebracht.


Methodischer Hinweis:
Bei den vorliegenden Daten handelt es sich um vorläufige repräsentative Ergebnisse aus der Landwirtschaftszählung 2020. Regional tiefer gegliederte und fachlich detaillierte Ergebnisse werden sukzessive ab Juni 2021 veröffentlicht.

Kontakt:
Sibylle Sauer, Tel. 9898-2464
Karina Krampf, Tel. 9898-2440

Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 006 vom 21.01.2021