05.01.2021

Geflügelpest-Ausbrüche in einem Puten- und einem Entenbestand im Landkreis Cloppenburg

12 Ausbruchsbetriebe mit insgesamt 167.000 Tieren sind betroffen

Landkreis Cloppenburg. Wie der Landkreis Cloppenburg auf seiner Internetseite mitteilt, wurde in der Gemeinde Garrel erstmalig in einem Entenmastbetrieb das hochpathogene Influenza-Virus H5N8 nachgewiesen. Ein weiterer Ausbruch ist in einem Putenbetrieb in Garrel zu verzeichnen. Die Bestände mit 36.000 Enten und 26.000 Puten werden heute tierschutzgerecht getötet und beseitigt.

Nachdem seit dem 20. Dezember in der Stadt Cloppenburg, der Gemeinde Bösel und der Gemeinde Garrel insgesamt zehn Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza mit dem Erreger H5N8 in Putenbeständen festgestellt worden waren, wurden heute ein weiterer Ausbruch dieser Tierseuche in einem Putenbestand sowie ein Ausbruch in einem Entenbestand in der Gemeinde Garrel amtlich festgestellt. Somit sind im Landkreis Cloppenburg bisher zwölf Ausbruchsbetriebe mit insgesamt rund 167.000 Tieren (davon 131.000 Puten und 36.000 Enten) betroffen.

Der Landkreis Cloppenburg hat heute eine weitere tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Festlegung eines Sperrbezirks und eines Beobachtungsgebietes zum Schutz gegen die Aviäre Influenza erlassen. Um die Betriebe mit dem positiven Virusnachweis werden als Restriktionsgebiet ein geringfügig vergrößerter Sperrbezirk und ein unverändertes Beobachtungsgebiet festgelegt.

Als Sperrbezirk wird das Gebiet um die Seuchenbestände mit einem Radius von mindestens drei Kilometern festgelegt, um den Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um die Seuchenbestände ein Beobachtungsgebiet.

Bei der hochpathogenen Aviären Influenza handelt es sich um eine hochansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Geflügel und anderen Vogelarten, die schnell epidemische Ausmaße annimmt, hohe Tierverluste verursacht und deren Ausbruch immense wirtschaftliche Folgen für alle Geflügelhalter, Schlachtstätten und verarbeitende Industrien haben kann. Die Festlegung der Restriktionsgebiete ist geeignet und erforderlich, um das HPAI H5-Virus schnell und wirksam einzudämmen.

Bei der Festlegung der Restriktionsgebiete hat der Landkreis Cloppenburg die Ergebnisse durchgeführter epidemiologischer Untersuchungen, Strukturen des Handels und der örtlichen Geflügelhaltungen, das Vorhandensein von Schlachtstätten sowie natürliche Grenzen und Überwachungsmöglichkeiten berücksichtigt.

Des Weiteren hat der Landkreis Cloppenburg entschieden, das Wiedereinstallungsverbot innerhalb des Gebietes der Gemeinden Emstek, Garrel und Bösel sowie der Stadt Cloppenburg und der Stadt Friesoythe nunmehr auch auf die Tierart Ente auszudehnen.

Die entsprechende tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung zur Anordnung eines Verbots der Wiedereinstallung zum Schutz gegen die Geflügelpest bei Nutzgeflügel wurde heute erlassen: Geflügelbestände innerhalb des Gebietes der Gemeinden Emstek, Garrel und Bösel sowie der Stadt Cloppenburg und der Stadt Friesoythe dürfen frühestens 30 Tage nach einer Entfernung des Geflügels aus dem jeweiligen Bestand oder der jeweiligen Vogelhaltung oder im Falle leerstehender Gebäude oder Einrichtungen zur Haltung von Vögeln frühestens 30 Tage nach Inkrafttreten dieser Allgemeinverfügung wiederbelegt werden. Das Wiedereinstallungsverbot gilt für Truthühner und Enten.

Die Eindämmung der Geflügelpest lässt sich nur erreichen, wenn neben der genauen Beachtung der Restriktionen im festgesetzten Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet und einer konsequenten Bekämpfung festgestellter Seuchenbestände die Populationsdichte in nennenswertem Umfang verringert werden kann. Die dadurch erreichten Abstandsvergrößerungen unter den Beständen erschweren dem Virus, sich weiter auszubreiten.

Dr. Karl-Wilhelm Paschertz, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung: „Es ist kritisch, dass in den Gemeinden Garrel und Bösel trotz der hohen Wildvogelpopulation und der alle Jahre wiederkehrenden Geflügelpest immer wieder so viele Puten eingestallt werden. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass sämtliche Biosicherheitsmaßnahmen in dieser geflügeldichten Region eingehalten werden.„

Die Geflügeldichte beträgt in der Gemeinde Emstek 12.998,546 Tiere pro Quadratkilometer, in der Gemeinde Garrel 13.985,198 Tiere pro Quadratkilometer, in der Gemeinde Bösel 13.006,645 Tiere pro Quadratkilometer, in der Stadt Cloppenburg 7.678,695 Tiere pro Quadratkilometer und in der Stadt Friesoythe 18.691,388 Tiere pro Quadratkilometer.

 

Quelle: Landkreis Cloppenburg, https://lkclp.de/aktuelles-presse/pressemitteilungen, 05.01.2021