20.01.2021

Verbot des Kükentötens kommt

Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf von Bundesministerin Klöckner – Deutschland ist weltweit Taktgeber, erstes Land, das gesetzlich aussteigt

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, will das Töten männlicher Eintagsküken ab Ende 2021 in Deutschland flächendeckend verbieten. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesministerin hat das Kabinett beschlossen. Die in der Legehennenproduktion übliche Praxis, dass männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet werden, weil ihre Aufzucht wirtschaftlich unrentabel ist, wird dadurch beendet.

Bundesministerin Klöckner am Rednerpult mit einer Tafel mit der Aufschrift "Kükentöten beenden! Deutschland ist Vorreiter mit einem gesetzlichen Verbot"
Pressekonferenz zum Ausstieg aus dem Kükentöten

Julia Klöckner: "Mit meinem Gesetz sorge ich dafür, dass in Deutschland nur noch Eier ohne Kükentöten produziert werden. Diese unethische Praxis gehört dann der Vergangenheit an. Das ist ein bedeutender Fortschritt für den Tierschutz: Weltweit sind wir die ersten, die so klar vorgehen."

Den Betrieben stehen – neben der Aufzucht von Bruderhähnen und der Verwendung von Zweinutzungshühnern – marktreife Alternativen zur Geschlechtsbestimmung im Brutei zur Verfügung. Diese Verfahren wurden vom Bundesministerium mit mehreren Millionen Euro gefördert. Sie arbeiten derzeit in einem Zeitraum vom 9. bis 14. Bebrütungstag. Insgesamt wird ein Küken 21 Tage ausgebrütet. Aktuell wird aber weiter geforscht, die bestehenden Verfahren sollen als Brückentechnologie eingesetzt und weiterentwickelt werden. Denn in einem zweiten Schritt sieht das Gesetz nach dem 31. Dezember 2023 ein Verbot des Tötens von Hühnerembryonen im Ei bereits nach dem 6. Bruttag vor. Das ist eine weitere Verbesserung des Tierschutzes.

Julia Klöckner: "Indem wir mit Millionenbeträgen Alternativen gefördert haben, bringen wir Tierschutz und Wirtschaftlichkeit auf deutschem Boden zusammen. Wir bieten den Betrieben eine konkrete Lösung an, um ein Abwandern und damit eine Auslagerung dieser Tierschutzfrage zur verhindern. Wir wollen damit Taktgeber und Vorbild auch für andere Länder sein. Vom Handel erwarte ich, dass er seinen Ankündigungen nun auch konkrete Taten folgen lässt und sein Sortiment entsprechend umstellt."

 

 
Quelle: Pressemitteilung Nr. 07/2021 BMEL, 20.01.2021